Startseite über uns Impressum Veranstaltungen
Sie sind hier: Informationen - Sanierung wirtschaftlich
 

Aktionskreis Energie
Aktionskreis Energie e.V.
Infotag 2010
Zukunftssalon Steglitz-Zehlendorf
Newsletter
Über uns
Veranstaltungen aktuell
Informationen
Bauphysik
Energieausweis
Thermografie
Gesundes Wohnen
Download
Sanierung wirtschaftlich
CO2-Rechner
Heizungs EKG
EnEV 2009
Archiv
2005
2006
2007
2008
2009
2010
Gute Beispiele
Öffentliche Gebäude
Wohngebäude
Gewerbe
Partner
Energieberater - Planer
Handwerk - Heizung
Handwerk - Maler
Umweltamt
Klimaschutzberichte
Energiepässe
Bürgerinformationen
Wärmeverlusten auf der Spur
Das Projekt
Fortbildung 2010
Links
Allgemein
  Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen...
...durch Steigerung der Energieeffizienz

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als Ausgangspunkt für jede Sanierungsmassnahme am Beispiel eines Berliner Doppelhauses Baujahr 1970 in Wannsee

Energieeffizienz ist heute das Medien-Schlagwort schlechthin: Insbesondere in der energetischen Bausanierung können noch enorme Potentiale erschlossen werden. Altbauten werden in der Praxis bereits auf einen höheren Standard als den gesetzlichen Neubaustandard angehoben und gewinnen eine bisher nicht gekannte Wohnqualität. Das Büro THP Architekten in Berlin hat hierfür eine komplexe Form der Energieberatung entwickelt. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung dient dabei als Ausgangspunkt für jede Sanierungsmassnahme. Der Beitrag erläutert die erfolgreiche Praxis anhand der Finanzierung der Sanierung eines typischen Berliner Doppelhauses in Wannsee, Baujahr 1970.

  Unterschätzte finanzielle Potentiale
Viel zu wenig Beachtung findet die Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen und die Chance, die in der Steigerung der Energieeffizienz liegen. Oftmals wird die Finanzierung der Sanierungsmaßnahme erst durch ein Konzept zur Steigerung der Energieeffizienz ermöglicht! Das Büro THP Architekten in Berlin hat eine komplexe Form der Energieberatung mit Wirtschaftlichkeitsbetrachtung entwickelt. Der Autor zeigt die praktische Anwendung am Beispiel der Finanzierung der Instandsetzung und energetischen Sanierung eines Berliner Wohnhauses.

  Berliner Doppelhaus in Wannsee
Wie bei jeder Sanierung gab es auch beim Berliner Doppelhaus in Wannsee, Baujahr 1970, einen konkreten Anlass: Die Heizungserneuerung, die Flachdachsanierung und die Instandsetzung des undichten Wintergartendaches waren nicht mehr aufzuschieben. Auch klagte der Eigentümer über das unbehagliche Kinderzimmer, das trotz des großen Heizkörpers im Winter nicht warm wurde.

Der Auftraggeber folgte dem Vorschlag des energieberatenden Architekten, vor Beginn der Sanierungsmassnahme deren Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Die Analyse ergab für die Instandsetzungsarbeiten Kosten von ca. 25.000 Euro oder 170 Euro pro Quadratmeter (m²) Wohnfläche. Hierbei unberücksichtigt blieben die laufenden Kosten für die Wartung, die Kosten für die Deckung des Wärmebedarfes für Heizung und Warmwasser sowie die bald erforderliche Ausbesserung der Fassaden aufgrund von Rissen im Putz..

  Finanzierungskonzept für die Sanierung
Der Autor stellte in seinem Finanzierungskonzept den oben genannten Instandsetzungskosten die Investitionskosten für die energieeinsparenden Maßnahmen gegenüber sowie die Einsparungen bzw. geldwerten Vorteile durch Förderungen und Zuschüsse für energieeinsparende Maßnahmen. Dabei berücksichtigte er die Einsparungen bei den Betriebskosten und die Wertsteigerung der Immobilie durch Komfortverbesserung.

Nicht berücksichtigt wurde dabei die energetische Neubewertung der Immobilie als Folge der Einführung des Energiepasses, der dauerhafte Schutz vor steigenden Energiepreisen, sowie der Schutz vor weiteren zu erwartenden, staatlichen Belastungen wie CO2-Steuer bzw. Entlastung durch die zu erwartende Bezuschussung regenerativer Energieträger..

  Finanzieller Gewinn und neue Wohnqualität
Durch die Ausrichtung der Energieeffizienz auf die Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die ökonomisch optimale Betriebskosteneinsparung wurde die Maßnahme mit 7.500 Euro Teilschulderlass, zinsverbilligtem Förderdarlehen im Barwert von 15.000 Euro, verbilligtem Wärmepumpenstrom, Betriebskostenzuschuss (1 Jahr kostenfrei!) und ungeahntem Gewinn an Wohnkomfort belohnt. Im Ergebnis ergab die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einen Gewinn in den ersten 20 Jahren gegenüber der Instandsetzungsvariante von ca. 40.000 Euro oder 270 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Bereits während der Bauphase bemerkte der Eigentümer die Komfortverbesserung und senkte die Heiztemperatur im Wohnhaus. Durch die Entsorgung des 4.500 Liter Öltankes wurden acht Quadratmeter nutzbare Fläche hinzugewonnen. Zusätzlich erstrahlt die Fassade in neuem Glanz. Auch ein Anstrich mit Lotuseffekt war im Budget enthalten, um die Nachhaltigkeit der Maßnahme auch im Erscheinungsbild dauerhaft zu bewahren.

  Energieeffizienz rechnet sich
Weshalb reagiert der Markt zurückhaltend, obwohl Energieeffizienz heute bereits wirtschaftlich realisiert werden kann? Die Rentabilität der energieeffizienten Sanierung wird sowohl von den Eigentümern als auch den Planern unterschätzt. Die Eigentümer unterschätzen die Komplexität, die in der Vorbereitung und Durchführung der Steigerung der Energieeffizienz insbesondere in der Sanierung steckt. Ohne Architekten ist die Umsetzung zum Scheitern verurteilt.

Allerdings fehlen den meisten Planern immer noch die Voraussetzungen für die Ermittlung der ökonomisch optimalen Energieeffizienz. Energieeffizienz in der Sanierung ist für jedes Objekt individuell, abhängig von Standort, Dichte, Nutzung und Größe zu ermitteln. Wie es sich zeigt, ist der für die Finanzierung notwendige Grad an Energieeffizienz nur mit weitgehend wärmebrückenfreien Konstruktionen zu erreichen, was eine sehr differenzierte Planung und Wärmebrückenermittlung und Luftdichtheit der Gebäudehülle voraussetzt.

  Vorteile für Eigentümer und Investoren
Arbeiten die Energieeffizienz-Experten und die Eigentümer bzw. Investoren gut zusammen, ist das Ergebnis eines erfolgreichen Sanierungskonzeptes jedes Mal wieder verblüffend: Fast ausnahmslos wählen die Auftraggeber diejenigen Gesamtkonzepte, die – bei höherem Planungsaufwand – höhere Bauqualität und höhere Energieeffizienz anstreben, weil nur damit letztendlich höhere Renditen eingefahren werden können. Die Erfolge bei der Finanzierung von Sanierungsmaßnahmen durch Steigerung der Energieeffizienz regen zur Nachahmung an.


Bilder: Fotos: THP Architekten, Berlin

  Downloads
Hier können Sie sich diesen Artikel als Druckversion und die Strategieübersicht dowloaden:


Druckversion Artikel
(pdf-Format, 5 Seiten)

Strategieübersicht
Grundlage für ausführliche Artikel
(pdf-Format, 1 Seite)

  Der Autor und Architekt
Andreas Hoffmann
Dipl. Ing. Architekt AKB
Als freischaffender Architekt ist Andreas Hoffmann eingetragen in der Architektenkammer Berlin mit Bauvorlageberechtigung in Berlin und Brandenburg, praktiziert seit 1989 und firmiert seit 1998 unter THP ARCHITEKTEN.
THP Architekten
Die Kompetenzen des Architekturbüros liegen in den Bereichen Energieeffizienz, hocheffiziente Bürobauten und Fassadenplanung sowie Verkehrsbauten, mit Erfahrungen in der Planung, Koordination und Umsetzung renommierter Bauvorhaben Weitere Informationen: www.THPArchitektur.de



  Hinweise

Die Verwertungsrechte dieses Artikels (Text und Bilder) liegen beim Autor Andreas Hoffmann. Bitte nehmen Sie bei Interesse an einer Veröffentlichung Kontakt mit dem Autor auf.

Erstveröffentlichung bei enev-online



Impressum | über uns | Kontakt
(c) Aktionskreis Energie