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Der Klimaschutzbericht des Umweltamts Steglitz-Zehlendorf liegt vor.
Von 1997 bis 2005 hat der Bezirk Steglitz-Zehlendorf 7,3 Prozent
Primärenergie eingespart. Trotz erheblicher und für Berlin
beispielhafter Anstrengungen ist es nicht mehr. Die CO2-Bilanz sieht mit
17,3 Prozent etwas besser aus, bleibt aber deutlich hinter den
selbstgesteckten Zielen zurück. Die Stadträte für Bau und Umwelt hatten
festgelegt, dass 25 Prozent CO2 bis 2005 eingespart werden soll und 35
Prozent bis 2020, jeweils bezogen auf das Jahr 1997. Dass mehr CO2
eingespart wurde als Energie, liegt an der Ersetzung von Öl und Kohle
durch das etwas klimafreundlichere Erdgas.
Der durchschnittliche Energieverbrauch der Liegenschaften des Bezirks
beträgt 200 kWh/m² und Jahr. 60 bis 70 kWh sind nach heutigem Standard
bei Neubauten erreichbar.
Der Bezirk hat in den letzten Jahren viel im Klimaschutz getan. 60
Prozent der Liegenschaften werden von Energiesparpartnern betreut, die
sich verpflichtet haben, 22 - 29 Prozent Energie einzusparen. Es wurden
die Standards beim Bauen und Sanieren trotz knapper werdender
Haushaltsmittel stetig nach oben verschoben Steglitz-Zehlendorf ist der
erste Bezirk, der alle Gebäude über 1.000 m² Nutzfläche mit
Energiepässen ausgestattet hat.
Der Klimaschutzbericht stellt dar, welche Vorschläge das Umweltamt in
den letzten Jahren gemacht hat, um diese Klimaziele zu erreichen. Er
stellt weiterhin Vorschläge vor, die umgesetzt werden müssen, wenn 35
Prozent Einsparung bis 2020 erreicht werden sollen. Das geht nur durch
ein umfassendes Sanierungsprogramm für die Fenster und Dächer
insbesondere der Schulen im Bezirk. Dafür sind mindestens 12 Millionen €
zusätzlich erforderlich. Geld, das sinnvoll investiert wäre, weil es
über die gesparten Energiekosten wieder zurückfließt und weil es
Arbeitsplätze im Bezirk schafft.
Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf gibt jährlich 7 Millionen € für
Energieträger aus. 2010 werden es voraussichtlich 12 Millionen € sein,
wenn nicht gegengesteuert wird. Allein der Strom wird sich nach dem
neuen Stadtvertrag im nächsten Jahr um 30 Prozent verteuern. Das Geld
für Energie sollte lieber in die Kassen der lokalen Wirtschaft fließen.
Das ist die Aufgabe des Aktionskreises Energie, den der
Energiebeauftragte im Rahmen des Beschäftigungsbündnisses anregte. Der
Aktionskreis Energie soll Energieberatung für Hausbesitzer und
Weiterbildung für Handwerker und Planer im Bezirk anbieten.
Die Bilanz des Bezirks hinsichtlich des Ausbaues von
Kraft-Wärme-Kopplung ist dürftig. Das gilt für die öffentliche Hand
insgesamt. Es zeigt sich, dass die politisch gewollte und technologisch
sinnvolle Technik nicht ohne besondere Anstrengungen aller
Verantwortlichen vorankommt. Ebenso ist es beim Ausbau der thermischen
Solartechnik. Einen ersten Einstieg wird es bei der Nutzung
nachwachsender Rohstoffe im Bezirk durch den Bau einer Pellet-Heizung
für ein Seniorenheim und einer thermischen Solaranlagen für eine
Sportstätte geben.
Das Umweltamt nimmt auch bei Bauten des
Senats und des Bundes zu Energiefragen Stellung und versucht, die
Klimaschutzziele umzusetzen. Der Bericht benennt hier Ross und Reiter
und versucht so, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Bauweise zu leisten.
Fazit des Berichtes: Es gibt viele Hebel für den Klimaschutz, aber wir
sind erst am Anfang. Genau so, wie der Denkmalschutz ein Vetorecht bei
Baudenkmalen hat, muß der Klimaschutz ein Vetorecht bekommen bei allen
öffentlichen Bauten und bei der Beschaffung von Gütern und
Dienstleistungen. Und so wie der Denkmalschutz von dafür ausgebildeten
Fachleuten wahrgenommen wird, muß der Klimaschutz von dafür
ausgebildeten und akkreditierten Personen ausgeübt werden, auf allen
Ebenen der Verwaltung von Bund bis in die Kommune. Dann kann die
öffentliche Hand vom Bürger seinen Beitrag zum Klimaschutz fordern.
Der Bericht kann auf der Internet-Seite
des Umweltamtes heruntergeladen oder unter 90299-5052 bestellt
werden.
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